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Biathlon - der Sport
Biathlon - der Sport Biathlon - der Sport der Millionen begeistert und der von den Biathleten eine große, impulsive körperliche Anstrengung  verlangt. Hier erhalten Sie nähere Infos dazu.
 
 
 

Schnelligkeit ist Trumpf!

Biathlon - der Sport der Millionen begeistert. Der Sport, der von den Biathleten eine große, impulsive körperliche Anstrengung beim Skilanglauf erfordert und gleichzeitig während dem Schiessen eine extrem feine Kontrolle und Stabilität des Körpers verlangt, um die in 50 m aufgestellten Ziele mit dem Biathlon-Kleinkalibergewehr treffen zu können. Schnelligkeit ist Trumpf, sei es beim Skilanglauf oder am Schiessstand, wo nicht selten das dort erzielte Ergebnis über Sieg oder Niederlage entscheidet. Darum ist es für jeden Biathleten außerordentlich wichtig, dass er sich auf sein Sportgerät, nämlich sein Biathlongewehr, bei jeder Witterung 100 %-ig verlassen kann. Nach 1978 wurde für den Biathlonsport das Kleinkalibergewehr, ein Patronenrandzünder im Kaliber .22 l.r. (5,6 mm) vorgeschrieben, ein Kaliber, das auch ausschließlich bei den Olympischen Sommerspielen für die Gewehrdisziplinen neben dem Luftgewehr Verwendung findet. Diese Kleinkalibergewehre sind verhältnismäßig schwer, nämlich bis zu 7,5 kg, und haben einen Zylinderverschluss mit seitlichem Kammerstengel, der beim Laden angehoben und zurückgezogen wird, um die Patrone von Hand in den Lauf einzuführen. Anschließend wird der Verschluss vorgeschoben und durch den seitlichen Kammerstengel, der nach unten gedreht wird, verriegelt. Nach der Umstellung auf das Kleinkalibergewehr bei Biathlon wurde dieser Zylinderverschluss der Firma J. G. ANSCHÜTZ GmbH & Co. KG mit einer Mehrladeeinrichtung und einem 5- Schuss-Magazin ausgestattet und das Gewicht des Gewehres auf ca. 4,5 kg verringert. Der extrem leichte Schlagbolzen mit nur 4 mm langen Schlagbolzenweg verlieh diesem Sportgerät eine extrem kurze Schussentwicklungszeit von 4 ms, d.h. dass nach dem Auslösen des Schusses durch den Abzug das Geschoss nach 4 ms den Lauf verlassen hat. Für den Biathleten ist es von sehr großer Bedeutung, dass das Geschoss so schnell wie möglich nach dem Auslösen des Schusses den Lauf verlässt, um Zielfehler zu reduzieren. Der Lauf des Gewehres ist ja beim Zielvorgang in ständiger leichter Bewegung, da es nicht möglich ist, das Sportgerät absolut ruhig zu halten.

Schnelligkeit ist Trumpf! So wurde auch bei der Weiterentwicklung des Biathlongewehres versucht, die Zeit für den Repetiervorgang weiter zu verkürzen. In Finnland wurde zunächst ein Gewehr mit seitlichem Kniehebelverschluss entwickelt, das sog. Finn-Biathlon. Dieser Verschluss hatte den Nachteil, dass sein seitlicher Spannhebel sehr weit von der Mittelachse des Gewehres entfernt ist. Auch der Spannweg des Spannhebels war sehr lang, so dass die Hand, die den Spannvorgang durchzuführen hatte, vom Pistolengriff weggenommen werden musste. Dadurch wurde die Stabilität von Schütze und Gewehr, speziell beim Stehendanschlag, beeinträchtigt. Obwohl der Ladevorgang mit diesem Kniehebelverschluss geringfügig gegenüber dem Zylinderverschluss verkürzt werden konnte, überlebte dieses Gewehr nur kurze Zeit und ist heute vom Markt verschwunden.

Auch in Russland wurde ein gegenüber dem Finn-Biathlon verbessertes Kleinkaliber- Biathlongewehr entwickelt, das heute noch gefertigt wird. Aber auch hier besteht die Gefahr, dass das Gewehr durch den seitlich ausgelagerten Spannmechanismus beim Repetieren verzogen wird, der noch durch die Schlagstückzündung dieses Systems mit seinem schweren Schlagstück die Schussentwicklungszeit wesentlich, z. B. gegenüber dem ANSCHÜTZ-Fortner-Biathlonsystem, verlängert.

Um die Nachteile eines Seitenspanners mit Kniehebelverschluss zu verringern, wurde in der ehemaligen DDR so wie auch in Westdeutschland ein sogenannter Pistolengriff-Repetierer entwickelt, bei dem der Repetiervorgang durch ein Schwenken des Pistolengriffs in axialer Richtung zur Laufachse bewerkstelligt wird. Bei diesem System kann das Gewehr zwar nicht seitlich durch den Ladevorgang verzogen werden, jedoch besteht hier die Gefahr, dass sich durch das Schwenken des Pistolengriffes dieser Vorgang auch über die Schaftkappe auf die Schulter überträgt und so die Zielfindung nach dem Repetiervorgang erschwert. Von diesen Pistolengriff-Repetierern wurde nur eine geringe Stückzahl hergestellt, sie werden heute nicht mehr produziert.

Von all diesen Systementwicklungen und seinen vorher beschriebenen Nachteilen hat sich schließlich das ANSCHÜTZ-Fortner-Biathlongewehr durchgesetzt. Der patentierte Fortner- Geradezug-Repetierverschluss ist sehr leichtgängig und kann sehr schnell mit dem Zeigefinger geöffnet und mit dem Daumen wieder zentrisch geschlossen werden. Die axiale Verschlussführung zur Laufachse erleichtert die Zielfindung nach dem Repetiervorgang, da eine Verdrehung bzw. ein Verrutschen des Schaftes in der Schulter nicht stattfinden kann, weil der Ladevorgang aus dem Handgelenk heraus erfolgt, wobei die Hand nicht vom Griff des Gewehres weg genommen werden braucht. Daher bleibt das Biathlongewehr im Anschlag sehr ruhig, der Ellbogen bewegt sich nicht, was besonders beim Liegendanschlag von großem Vorteil ist. Darüber hinaus ist die extrem kurze Schussentwicklungszeit des Fortner-Verschlusses von 3,5 bis 4 ms in Verbindung mit der Möglichkeit eines extrem schnellen Repetierens unerreicht. Unerreicht ist auch die Schusspräzision der im ANSCHÜTZ-Spezialverfahren hergestellten, kältegetesteten Präzisionsläufe, die in einer Normalausführung (Gesamtgewicht des Gewehrs ca. 4 kg) und in einer um 200 g leichteren Sprintausführung erhältlich sind.

Über 97% der international an Wettkämpfen teilnehmenden Biathleten verwenden diese Sportgeräte von ANSCHÜTZ heute problemlos.



Olympische Entstehungsgeschichte des Biathlon-Sports:


1796

Die ersten Skiwettkämpfe mit Schießeinlagen finden in Norwegen statt.

1924

Start des militärischen Patrouillenlaufes, der Biathlon Vorläufer ist Olympischer Demonstrationswettbewerb.

1928

Militärischer Patrouillenlauf als Olympischer Demonstrationswettbewerb.

1936

Militärischer Patrouillenlauf als Olympischer Demonstrationswettbewerb.

1948
Gründung der Union Internationale de Pentathlon Moderne (UIPM).

1953
Biathlon wird Teil der UIPM.

1954
Das IOC lässt Biathlon zu.

1956
Die Regeln für Biathlon-Wettkämpfe werden genehmigt und die UIPM wird der Verband für beide Sportarten.

1957

In diesem Jahr erfolgte die Aufnahme in den Internationalen Verband des Modernen Fünfkampfes (UIPM).
Der neue Verband hatte die Bezeichnung UIPMB.

1958

Erste Biathlon-Weltmeisterschaft in Saalfelden, AUT (nur Herren).

1960

Erstmals im Olympischen Programm von Squaw Valley, USA - 20 km Einzelwettkampf (Herren).

1966

Der Staffelwettkampf wird ins Programm der Weltmeisterschaften aufgenommen.

1967
Erste Junioren Weltmeisterschaft in Altenberg, DDR - Einzelwettkampf, Staffel.

1968

Erster Staffelwettkampf bei den Olympischen Winterspielen in Grenoble, FRA.
Aus UIPM wird UIPMB.

1974

Der Sprintwettkampf wird ins Programm der Weltmeisterschaften aufgenommen.

1977

Letzte Weltmeisterschaft mit Großkaliber.

1978
Umstellung auf Kleinkaliber (.22 l.r.) und erste mechanische Scheibensysteme, Hochfilzen, AUT.
Festlegung der Schussentfernung auf 50m.

1980

Erster Sprintwettkampf bei den Olympischen Winterspielen in Lake Placid, USA.
Die Klappscheiben werden als Zielscheibe eingeführt.

1984

Erste Frauenweltmeisterschaft in Chamonix, FRA.

1989

Gemeinsame Weltmeisterschaften für Männer und Frauen in Feistritz, AUT
und getrennt für Junioren und Juniorinnen in Voss, NOR.

1992

Erstmals Biathlon Frauenwettkämpfe bei den Olympischen Winterspielen in Albertville, FRA.

1993

Gründung eines selbstständigen Verbandes in der UIPMB in London, GBR: die Internationale Biathlon-Union (IBU).

1996
Erste Biathlon-Sommerweltmeisterschaften in Hochfilzen, AUT (Crosslauf mit Schiessen).

1997
Der Verfolgungswettkampf wird Teil der Weltmeisterschaften und der Weltcupveranstaltungen.

1998
In Salzburg, AUT trennt sich die IBU endgültig von der UIPMB. Die IBU wird vom IOC als internationaler Wintersportverband anerkannt. Der Massenstartwettkampf wird offizielle Wettkampfdisziplin und löst den Mannschaftswettkampf im Programm der Weltmeisterschaften ab.

1999
Der Verfolgungswettkampf wird in das Olympische Wettkampfprogramm aufgenommen. Der Mannschaftswettkampf wird aus dem Programm der Weltmeisterschaften entfernt und durch den Massenstart Wettkampf ersetzt.

2000
Der Kongress beschließt, in Verbindung mit den Juniorenweltmeisterschaften jährlich Jugendweltmeisterschaften durchzuführen.

2002
Verfolgungswettkampf bei den Olympischen Winterspielen in Salt Lake City, USA.

2005
Erste Weltmeisterschaft Gemischte Staffel in Khanty-Mansiysk, RUS.

2006
Massenstart Wettkampf im Programm der Olympischen Winterspiele.

2006
In Turin, ITA erste Skiroller SB Weltmeisterschaft in Ufa, RUS.

2008
50 Jahre Biathlon Jubiläum bei der WM in Östersund, SWE.

2010
Separierung der Höhepunkte im Sommerbiathlon auf Skiroller Biathlon bei der IBU SB WM und IBU Cross Biathlon bei IBU SB OEM.

2011
Aufnahme der Mixed Relay ins Olympische Programm ab den Olympischen Winterspielen 2014.

2013
20 Jahre Jubiläum der IBU.




WETTKAMPFARTEN


Bei Olympischen Spielen werden im Biathlonsport zehn Wettkämpfe ausgetragen. Grundsätzlich gibt es für Männer und Frauen den Sprint, die Verfolgung, den Massenstart sowie Einzel- und Staffelrennen. Alle Disziplinen bestehen aus Skiskaten und Schießen, man unterscheidet jedoch die folgenden Disziplinen:

Sprint

Beim Sprint gilt für Frauen eine Wettkampfstrecke von 7,5 km und für Männer 10 km. Dabei gibt es zwei Schießeinlagen, bei denen 5 Zielscheiben mit 5 Geschossen getroffen werden müssen. Bei jedem verfehlten Ziel muss eine Strafrunde von jeweils 150 m absolviert werden. Die ersten 60 dieses Rennens qualifizieren sich für die Verfolgung.

Verfolgung

Bei der Verfolgung starten die Teilnehmer in den im Sprint erreichten Zeitabständen. Die Wettkampfstrecke beträgt für Frauen 10 km und für Männer 12,5 km. Dabei gibt es vier Schießeinlagen, bei denen 5 Zielscheiben mit 5 Geschossen getroffen werden müssen. Bei jedem verfehlten Ziel muss eine Strafrunde von jeweils 150 m absolviert werden.

Massenstart

Beim Massenstart starten die Teilnehmer gleichzeitig. Die Wettkampfstrecke beträgt für Frauen 12,5 km und für Männer 15 km. Dabei gibt es vier Schießeinlagen, bei denen 5 Zielscheiben mit 5 Geschossen getroffen werden müssen. Bei jedem verfehlten Ziel muss eine Strafrunde von jeweils 150 m absolviert werden.

Einzelrennen

Beim Einzelrennen gilt für Frauen eine Wettkampfstrecke von 15 km und für Männer 20 km. Dabei gibt es vier Schießeinlagen, bei denen 5 Zielscheiben mit 5 Geschossen getroffen werden müssen. Bei jedem verfehlten Ziel wird jeweils eine Strafminute auf die erreichte Endzeit addiert.

Staffel

Bei der Staffel handelt es sich um einen Mannschaftswettbewerb, bei der eine aus 4 Personen bestehende Mannschaft vier Runden von jeweils 7,5 km über eine Gesamtstrecke von 30 km absolvieren muss. Das Rennen beginnt mit einem Massenstart des jeweils ersten Mitglieds einer Mannschaft. Jedes Mannschaftsmitglied muss zwei Schießeinlagen absolvieren und hat drei Ersatzpatronen zur Verfügung (insgesamt acht Schuss), um die 5 Zielscheiben zu treffen. Die Ersatzpatronen müssen einzeln nachgeladen werden. Bei jedem nicht getroffen Ziel muss eine Strafrunde von jeweils 150 m gelaufen werden.
 



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